Allgemeine Informationen

Was passiert mit meinem toten Tier?

Wenn ein Haustier stirbt landet es normalerweise in einer Tierkörperbeseitigungsanlage, auch Abdeckerei genannt.

Die meisten Tierbesitzer sind erschüttert wenn sie erfahren, wie achtlos ihr Freund dort nach den vielen gemeinsamen Jahren entsorgt wird.

Wenn Sie Ihr Tier bei Ihrem Tierarzt zurücklassen, ohne etwas anderes zu verfügen, wird Ihr Tier in die Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht.
 

Was genau ist eine Tierkörperbeseitigungsanlage?

Ein totes Tier (=Tierkörper) wird in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt bzw. weiterverarbeitet.

Zwischen Schlachtabfällen, verdorbenen Lebensmitteln, verendeten Nutztieren und ähnlichem werden die toten Haustiere in Containern gesammelt und schließlich zu Tiermehlen, Tierfetten bzw. Tierölen verarbeitet.

 

Was sind die rechtlichen Grundlagen?
Seit dem 1. Januar 2004 gilt in der Bundesrepublik die EU-Verordnung 1774. Sie löste das alte deutsche "Tierkörperbeseitigungsgesetz" ab. Die neue EU-Verordnung schreibt unter anderem vor, dass Tierkadaver oder Abfälle von toten Tieren nur noch in Tierkörperbeseitigungsanstalten entsorgt werden dürfen. Damit verbietet diese Verordnung im Prinzip also die Bestattung von Heimtieren.
Im Gesetz zur Ausführung des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes des Landes Baden-Württemberg vom 14. Dezember 2004 (GBI. S. 914) ist in § 2 geregelt: Tierkörper von Heimtieren unterfallen nicht der Einzugsbereichsregelung, falls sie:
-auf speziell für diesen Zweck zugelassenen Plätzen vergraben werden
-auf eigenem Gelände, nicht jedoch in Wasserschutzgebieten und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze unter einer mindestens 40 cm starken Erdschicht vergraben oder
- durch Verbrennen in einer zugelassenen Verbrennungsanlage beseitigt werden
 

Welche Möglichkeiten habe ich also?

Wenn Sie Ihrem Tier diesen würdelosen Weg in die Tierkörperbeseitigungsanlage ersparen wollen und die Gewissheit über den
letzten Verbleib haben möchten, sollten Sie sich auch um ein der Beziehung angemessenes Ende Bemühen.

Sie haben die Möglichkeit Ihr Tier einäschern zu lassen. Die Asche Ihres Tieres wird dann ganz nach Ihren Wünschen entweder in einer Urne an Sie zurückgegeben oder in einem Sammelgrab beigesetzt.


Geschichte der Tierbestattung

Seit etwa 12.000 Jahren finden bereits rituelle Beisetzungen toter Tiere statt. Als besonders frühe Beispiele gelten die Gräber von Männern und Hunden aus dem Natufian in Israel (12000-11000 v. Chr.). Ähnliche Gräber mit Katzen fand man in Zypern, die bereits vor 10.000 Jahren Katzen als Haustiere hielten. Auch die Ägypter hatten eine ausgeprägte Tierbestattungskultur, da Sie zahlreiche Tiere für heilig hielten.

Bei uns in Deutschland gab es ebenfalls eine Blütezeit der Tierbestattungen. So wurden im Mittelalter bei den Alemannen, den Franken und den Sachsen Menschen häufig zusammen mit ihren Hunden und Pferden beigesetzt. Es gab aber auch Einzelgräber für die tierischen Freunde. So wurden beispielsweise in Halberstadt Hundegräber aus dem 13/14.Jh und in Siegburg aus dem 16.Jh gefunden.

Heute gibt es weltweit unzählige Tierfriedhöfe. Viele Großstädte verfügen über einen Tierfriedhof. In Deutschland entstanden die ersten modernen Tierfriedhöfe etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hauptsächlich Hunde und Katzen werden dort bestattet, aber auch kleinere Haustiere, Zirkustiere oder Pferde. Die Bestattung der toten Tiere erfolgt ähnlich wie beim Menschen in Särgen und Urnen.
Beliebter als eine Beisetzung auf einem Tierfriedhof ist in der westlichen Welt mittlerweile die Einäscherung der Haustieres. Das hängt zum Teil mit den strengen gesetzlichen Bestimmungen zusammen und zum Anderen mit dem Wunsch des Tierhalters sein Haustier bei sich zu wissen. Häufig werden die Urnen mit der Asche des Haustieres zu Hause aufbewahrt, oder die Asche des Tieres wird im Garten oder am Lieblingsort der Tieres beigesetzt.